Um das Thema übersichtlicher zu gestalten, haben wir es auf mehrere Seiten aufgeteilt, die Sie unter diesen Links erreichen:

 

1. Chronik der Surfwiese

2. Beschlussvorlage der BA vom April 2010

3. Diskussionsstand im Herbst 2009

 

 

1. Chronik der Surfwiese

Von 2001 bis Mitte August 2010

Februar 2001

M. Hückstädt legt der Gemeinde eine Konzeption für den Surfplatz Born vor und beantragt, das Grundstück Flur 6/Flurstück 240 zu pachten. Die Konzeption sieht eine stufenweise Entwicklung vor, die u.a. im 3. Jahr auch die Errichtung von Duschen, Umkleiden und Toiletten beinhaltet. Der Pachtvertrag kommt  zustande.

2002

Der Surfbetrieb wird aufgenommen. Der Platz als Parkplatz für die Wassersportler und zum Aufriggen genutzt. Dixitoilette wird aufgestellt.

Februar 2003

Die Gemeinde beschließt die Vorlage 0054/03, die u.a. den Betrieb der gemeindeeigenen Surfwiese regeln soll, indem ein städtebaulicher Vertrag mit der Regenbogen AG und die Aufstellung des B-Planes Nr.24  festgelegt wird. 

Zu diesem Zeitpunkt existiert noch kein Flächennutzungsplan, der alle im Beschluss genannten Flurstücke ausweist. Folglich enthält der Beschluss Inkommunalisierungs-Absichten. Da ein neuer Flächennutzungsplan in Vorbereitung ist, wird hierauf gewartet.

Ab 2004 

Die Gemeinde verpachtet die Surfwiese ganzjährig an Martin Hückstädt .

Die Betriebsbedingungen, wie Bau oder Mitnutzung von sanitären Anlagen bleiben ungeregelt. Das führt zu anhaltenden Verstimmungen, da entweder die sanitären Anlagen des Campingplatz unentgeltlich mitgenutzt werden oder die freie Natur herhalten muss. Anfragen des Pächters, wie er zu einem geregelten Betrieb gelangen oder diesen veranlassen kann, bleiben unbeantwortet.

März 2004 Bauantrag des Pächters zur Errichtung eines kleinen Holzhäuschens für Büro/Anmeldung, Umkleideraum wird von der Gemeinde abgelehnt.

2005

Gespräch zwischen Pächter und Bürgermeister in dem der Pächter anbietet eine deutlich höhere Pacht zu zahlen. Bauabsichten für Sanitäranlagen werden vom BM grundsätzlich abgelehnt.

2006

Der Flächennutzungsplan tritt in Kraft.

Hierin ist der Surfplatz explizit als solcher ausgewiesen, womit Planungssicherheit gegeben ist. Mit der Aufstellung eines B-Planes hätte zu diesem Zeitpunkt begonnen werden können. 

Bei der sogenannten ?Surfwiese? handelt es sich um das gemeindeeigene Flurstück 240 in der Flur 6. Zwischen diesem und dem Saaler Bodden liegt die Anlandungsfläche, die als Bundeseigentum über das Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund gepachtet werden kann.

Ab 2006 bemüht sich die Regenbogen AG darum, die gesamte Anlandungsfläche zu pachten. Es kommt jedoch erst im Jahr 2009 zum Abschluß eines Vertrages. 

Pachtfläche ist sowohl der vor dem Campingplatz liegende Uferstreifen, als auch der vor der gemeindeeigenen Surfwiese. Eine Verpachtung des Wasserzugangs an ein Privatunternehmen bedeutet eine erhebliche Wertminderung für das Grundstück der Gemeinde, denn die Nutzung der Surfwiese hängt somit immer von Wohlwollen des Pächters ab. Es stellt sich die Frage, warum sich die Gemeinde in dem langen Zeitraum von 2006 bis 2009 nicht selbst um einen Pachtvertrag bemüht hat. 

Das kann nur einer erklären: Der Bürgermeister von Born und  Mitglied der Regenbogen-Geschäftsleitung ? Herr Scharmberg.

Bis 2007

Die Surfwiese wird weiter durch den  bisherigen Nutzer betrieben.

Nach wie vor gibt es keine Lösungen für den sanitären Bereich. Folglich erhöhen sich die Spannungen zum Campingplatzbetreiber, dessen Sanitärtrakt unentgeltlich mitgenutzt wird.

2008

Die Surfwiese wird weiter durch den bisherigen Nutzer betrieben.

Die Gemeinde überweist die gezahlte Pacht kommentarlos zurück, duldet aber die weitere Nutzung stillschweigend.

2009

Die Surfwiese wird weiter betrieben, mit allen bekannten Problemen. 

Mai: Der seit 2006 angestrebte Pachtvertrag über die Anlandungsfläche zwischen der Regenbogen AG und dem Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund kommt zustande.

Juli : Beginn der neuen Legislaturperiode

August: Die Regenbogen AG fordert Martin Hückstädt auf, den Surfbetrieb einzustellen und verweist auf den Pachtvertrag.

November: In dem Beschluss 14k/09 werden eingereichte Betriebskonzepte zur Surfwiese {->}  behandelt und mehrheitlich abgelehnt. Gleichzeitig wird entschieden, dass alle dort wirtschaftlich tätigen Personen ihre Tätigkeiten einzustellen haben und die Fläche zu beräumen ist.

In der Begründung dieses Beschlusses wird angeführt, dass die Surfplatzfläche als Tauschfläche für einen geplanten Fussballplatz genutzt werden soll.

In einer Einwohnerversammlung am 10.11.2009 bestätigt der Bürgermeister, dass der Surfplatz geschlossen werden muss, da

  1. Die Nutzung nicht weiterhin möglich ist, da es sich um einen ehemaligen Müllplatz handelt
  2. Der aktuelle Wassereinstieg aus demselben Grund geschlossen werden muss.
  3. Ein neuer Einstieg für die Surfer auf dem Gebiet des Campingplatzes geschaffen wird.

2010

April: Die BA weist mit Sorge mehrfach darauf hin, dass der Surfbetrieb, nun vollkommen ungeregelt, bereits zu Ostern begonnen hat und erstellt eine Beschlussvorlage für die Gemeindevertretung {->}. Die wichtigsten Ziele dieser Vorlage sind: 

? Die wirtschaftliche Nutzung des Gemeindegrundstückes zum Wohl der Gemeinde

? Halten der Wassersportgäste in Born

? Entwicklung dieses saisonverlängernden Angebotes

? Ausbau der Werbewirksamkeit des Surfplatzes für die Gemeinde

Die Beschlussvorlage wird in die Ausschüsse deligiert und erst im Juli auf Drängen der BA dort behandelt. Da ist die Surfsaison bereits voll im Gange und der Betrieb wird zunächst stillschweigend geduldet, auch die Nuzung der Sanitäranlagen auf dem Regenbogencamp.

18. August

Beim Ordnungsamt zeigt ein Borner Bürger das ordnungswidrige Übernachten von Wohnmobilen auf der Surfwiese an.

Dieses nimmt der Bürgermeister zum Anlass die Bauhofmitarbeiter anzuweisen eine neue Zufahrt zum Surfplatz fertigzustellen, die über eine Vielzahl von Flurstücken führt, die offenbar alle entweder der Regenbogen AG gehören oder durch diese gepachtet sind.

Gleichzeitig lässt er die alte Zufahrt durch Betonplatten für PKW sperren.

Am Beginn der neuen Zufahrt und am Eingang zur gemeindeeigenen Surfwiese werden Schilder angebracht mit der Aufschrift

?Dieser Platz gehört zum Regenbogen Camp Born. Tagesgebühr 6,00 ??

Einige Tage später wird das Schild durch dieses ersetzt:

(Durch einen Mausklick auf das Bild wird dieses vergrößert)

Fazit

Die besondere Bedeutung des Surfplatzes für die Gemeinde Born hat die BA bereits Ende 2009 auf ihrer Internetseite dargestellt. Mit Inkrafttreten des Flächennutzungsplanes im Jahr 2006 waren die Voraussetzungen geschaffen, um einen B-Plan aufzustellen und damit den Surfbetrieb dauerhaft zu sichern. Doch von der Gemeinde wurde seither nichts unternommen. Die einzigen Aktivitäten zur Änderung der Situation gingen von der Regenbogen AG aus, indem ein Pachtvertrag über den Anlandungsstreifen angestrebt und erreicht wurde. Die Untätigkeit der Gemeindevertretung und des Bürgermeisters in dieser Hinsicht hat der Gemeinde einen Nachteil gegenüber dem Privatunternehmen Regenbogen AG eingebracht. Bedenklich ist diese Tatsache vor allem deshalb, weil sich der Borner Bürgermeister hier durch sein Arbeitsverhältnis mit der Regenbogen AG in einem Interessenkonflikt befindet.

Die Zuspitzung im Sommer 2010 ist ?hausgemacht?. Sie resultiert aus der langen Untätigkeit zuvor. Die Initiative der BA, noch rechtzeitig vor Saisonbeginn Lösungsmöglichkeiten in der Gemeindevertretung zu beraten, wurde von dieser in die Ausschüsse verwiesen, damit ging wertvolle Zeit verloren. Schließlich diente die ungeregelte Rechtslage als Begründung dafür, die Zufahrt zum gesamten Surfbereich unter die Kontrolle des Regenbogen-Camps zu stellen.

Ohne demokratische Legitimation und damit völlig unakzeptabel ist die Vereinnahmung des gemeindeeigenen Grundstücks durch das Regenbogen-Camp.

Anmerkung: Wir sind keinesfalls Gegner des Regenbogen-Camps! Jedoch muss in der gegenwärtigen Konstellation, in welcher der Borner Bürgermeister gleichzeitig leitender Angesteller der Regenbogen AG ist, von allen Gemeindevertretern um so aufmerksamer sichergestellt werden, dass die Interessen der Gemeinde jederzeit gegenüber der Regenbogen AG gewahrt bleiben.