Tourismusverband Fischland-Darß-Zingst

Widerspruch statt gegeben

In der letzten Gemeindevertretersitzung  am 31.1.2013 wurde die von Klaus-Dieter Holtz eingebrachte Beschlussvorlage "Eintritt der Gemeinde Born a. Darß in den Tourismusverband Fischland-Darß-Zingst e.V." vom Borner Bürgermeister in Abstimmung mit der Leitenden Verwaltungsbeamtin in den nicht-öffentlichen Teil verbannt. Eine von uns eingeforderte Verlagerung in den öffentlichen Teil wurde mehrheitlich abgelehnt. Die fragwürdige Begründung und unsere Stellungnahme können Sie hier {->} nachlesen.

Um zu verhindern, dass der Bürgermeister zukünftig -wie hier demonstriert- nach Belieben über Öffentlichkeit oder Nichtöffentlichkeit entscheidet, gingen wir bei der kommunalen Rechtsaufsicht in Widerspruch.

Am 8.3.2013 erhielten wir von der Rechtsaufsicht die Nachricht, dass unserem Widerspruch statt gegeben wurde. Die Leitende Verwaltungsbeamtin hat zugesichert, dass der Beschluss in der nächsten Gemeindevertretersitzung wiederholt wird - und zwar im öffentlichen Teil!

Beschlussvorschlag zum Eintritt in den Verband

Auf der Gemeindevertretersitzung vom 31.1.2013 wurde u.a. über einen Beschlussvorschlag von Klaus-Dieter Holtz (CDU) beraten, der den Eintritt der Kurverwaltung Born in den Tourismusverband Fischland-Darß-Zingst e.V. zum Inhalt hat.

Eine nicht hinzunehmende Verletzung des Öffentlichkeitsgebots leistete sich der Bürgermeister, indem er die Behandlung der Beschlussvorlage in den nichtöffentlichen Teil verwies, was von seiner Fraktion mitgetragen wurde.

Inzwischen wurdedagegen Widerspruch bei der Rechtsaufsicht eingelegt.

Die Borner Alternative unterstützt den Vorschlag zum Eintritt der Kurverwaltung Born in den Tourismusverband Fischland-Darß-Zingst e.V.

Es gibt viele gute Gründe für einen Beitritt:

  1. Die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, die südliche Boddenküste sowie das weitere Hinterland wird seit 20 Jahren durch den Tourismusverband Fischland-Darß-Zingst e.V. repräsentiert. Dieser Verband ist das gemeinsame Sprachrohr der Kommunen und vieler touristischer Anbieter in der Region. Er ist erster Ansprechpartner für Journalisten, Reiseunternehmen und oft auch für die Gäste.

  2. Die Region Fischland-Darß-Zingst wird unseren gemeinsamen Gästen als Einheit wahrgenommen. Einige wenige Beispiele:
    1. Borner Gäste beobachten Kraniche auf dem Zingst und ordnen dieses Erlebnis ganz selbstverständlich ihrem „Urlaub auf dem Darß“ zu.
    2. Zingster, Dierhäger oder Wustrower Gäste fahren natürlich zum Leuchtturm und an den Weststrand oder besuchen die Orte auf dem Darß
    3. Vogelpark Marlow, Bernsteinmuseum, Ozeaneum Stralsund, Karls Erlebnishof, Warnemünde, Rostock sind selbstverständlich Ausflugsziele der Borner Gäste
    4. Die Fahrgastschifffahrt verbindet Häfen rund um die Boddenkette. Die Möglichkeit kombinierter Rad-Schiffstouren und auch die Fahrradmitnahme im Busanhänger stellt ein hochattraktives Urlaubsangebot dar, welches nur in unserer Gesamtregion erlebt werden kann.
    5. Der Nationalpark – wichtiger Imageträger der Region – umfasst in seinem Gebiet weit mehr als den Darß. Dies drückt sich auch im Namen „Vorpommersche Boddenlandschaft“ aus.

  3. Die Halbinsel FDZ steht als Ganzes im Wettbewerb mit anderen Tourismusregionen im In- und Ausland. Wenn der Darß seine Nachbarn Fischland und Zingst als Konkurrent und nicht als Partner behandelt, schadet er in erster Linie sich selber. Es geht nicht darum, Gäste von Zingst oder Ahrenshoop nach Born abzuwerben, sondern grundsätzlich in die Region zu holen. Dafür ist eine Bündelung der Potenz aller Orte erforderlich. Synergieeffekte machen gemeinsame Maßnahmen erst effektiv (Auflage, Verbreitung, Messestände etc.).

  4. Die Region FDZ präsentiert sich mit einem geschlossenen Erscheinungsbild unter dem Slogan „Deutschlands schönste Halbinsel “. Diese Geschlossenheit wird in der gesamten Tourismusbranche des Landes MV und darüber hinaus mit Hochachtung und Anerkennung wahrgenommen. Das gemeinsame Gastgeberverzeichnis mit seiner übersichtlichen Strukturierung und grafischen Gestaltung sowie die Internetplattform www.fischland-darss-zingst.de sind ein Zeichen dieser Geschlossenheit.

  5. Der TV gibt durch fast schon selbstverständliche Aktivitäten wie Kulinarische Wochen, Naturklänge, Frühlingserwachen wichtige Impulse für unser gemeinsames Marketing, gerade auch für die Vor- und Nachsaison. Daneben wird eine intensive Presse- und Fernseharbeit geleistet, die sich in vielen gedruckten und gesendeten Beiträgen im ganzen deutschsprachigen Raum niederschlägt.
    Das Internetportal fischland-darss-zingst.de hat ca. 50.000 Zugriffe monatlich und ist damit eine unverzichtbare Einstiegsseite für potentielle Gäste. Eine Sonderseite wie „meine-halbinsel.de“ sorgt für eine Bindung von Gästen auch nach ihrem Urlaub.

  6. Durch die Einbindung unseres Verbandes in den Landestourismusverband und dessen Gremien werden wir alle frühzeitig über neue Trends im Tourismus informiert. So wurden in der Vergangenheit z.B. die Themen Nordic Walking, Wellness, Pedelecs durch den TV in die Region getragen.

  7. Der neue Großkreis Vorpommern-Rügen erfordert ein besonders geschlossenes Auftreten unserer Region FDZ in der Politik und in der Werbung, um im Kreis neben Rügen zu bestehen zu können. Die Politik wird nur große funktionierende Strukturen aber keine Teilgebilde unterstützen.

  8. Voraussetzung für eine Förderung durch den Landkreis war und wird immer sein, dass auch die Region südlich des Boddens „mitgenommen“ wird. Dieses Zusammengehen schadet der Halbinsel keineswegs, sondern bereichert deren touristisches Angebot (Museen, Vogelpark, Paddel- und Radtouren)

  9. Eines der größten Probleme auch für die Gemeinden auf dem Darß ist die Verkehrssituation. Bei der Lösung (z.B. Darßbahn) wird nur die Gesamtregion FDZ vom Land, dem Bund oder der Deutschen Bahn als Verhandlungspartner wahrgenommen. Und auch nur dann, wenn sie geschlossen auftritt.

  10. Alle Mitgliedsgemeinden des TV sind in seinem Vorstand vertreten und können somit auf alle Entscheidungen und Entwicklungen innerhalb des TV Einfluss nehmen. Eine aktive Rolle im Verband bietet den einzigen Weg, um die Zukunft der Region mitzugestalten.

  11. Allen Vermietern und Gewerbetreibenden werden durch eine Aufsplittung der Region Mehrkosten aufgebürdet. Sie müssen in unnötig vielen kostenpflichtigen Publikationen, Webpräsenzen und anderen Werbemaßnahmen präsent sein, um einen gleich bleibenden Werbeeffekt zu erzielen.

  12. Die Argumentation 8 Mio. € wären im Verband „verbrannt“ worden ist falsch. Richtig ist, dass mit einem Gesamtbudget von 5-8 Mio. € in den letzten 10 Jahren kontinuierlich Marketingarbeit für die Region – und damit auch für den Darß - geleistet wurde. Diese Summe enthält sowohl das Porto für die Versendung der gemeinsamen Gastgeberverzeichnisse und anderer Printmedien, die Produktion von Printmedien (z.B. Fahrradkarte, Broschüre Maritim usw.) wie auch die Kosten für Messeauftritte, Löhne und Gehälter der Mitarbeiter usw.

  13. Der Mitgliedsbeitrag, den die Kurverwaltung an den TV zahlen müsste, berechnet sich nach der Gesamtzahl der Übernachtungen. Er beträgt ca. 10.300 € pro Jahr. Legt man den Wirtschaftsplan für 2012 der Kurverwaltung zugrunde, macht der Beitrag ca. 1,06 % des Gesamtetats der Kurverwaltung aus. Dies ist angesichts der Vorteile, welche die Gemeinde und die einzelnen Vermieter im Ort aus der Arbeit des Verbandes ziehen, angemessen.